Die drei Luzerner Fasnachtstage haben sich
in den letzten Jahren mächtig entwickelt - leider nicht
in qualitativer, dafür um so mehr in quantitativer Hinsicht.
Die Luzerner Fasnacht ist ein Mega-Ereignis geworden, das
zu-nehmend in
den Fremdenverkehr eingebunden wird.
Die Luzerner Fasnacht
droht, an diesem Mengenwachstum zugrunde zu gehen; zumindest
gilt dies für den Witz, die Originalität,
die Kreativität. Die urwüchsige Poesie, die feinen
Schwingungen der Einzelmasken, die hinter-sinnigen Regungen
der Intrigierenden - dies alles wird immer gründlicher
zugedeckt von einer lauten Uniformität. Die Guuggenmusigen,
die doch eigentlich seit Ende der Vierziger-Jahre die Fasnacht
wiederbelebt und die es in den Siebziger- und Achtziger-Jahren
zu einer grandiosen Blüte gebracht haben, sind mittlerweile
selbst Ursache dieser Fasnachtsbe-drohung geworden. Es gibt
nicht nur einfach zu viele platte, einfallslose Musigen,
die in den gleichen, abgegriffenen Glitter- und Fötzelkleidern,
mit dutzendfach identischen Köpfen (Grinden) und unter
banalen Strick-Käppis daherkommen und ein Repertoire
pflegen, das aus den immer gleichen Stücken besteht. |